Bewegliches Lamellensystem Papago Gateway Center

Bewegliches Lamellensystem Papago Gateway Center
Bewegliches Lamellensystem Papago Gateway Center

Lamellenfassade reduziert Kosten für die Kühlung des Gebäudeinnern

Das Papago Gateway Center in Arizona, USA – der Name soll an einen Indianerstamm erinnern, der einst in Arizona beheimatet war: Die Papago-Indianer. Das Papago Gateway Center ist ein hochmodernes Büround Forschungszentrum, das mit zukunftweisenden ökologischen Konzepten punktet. Erst kürzlich wurde es mit dem LEEDAward (LEED = Leadership in Energy and Environmental Design) für „grünes“ Bauen ausgezeichnet. Ein Blickfang der Superlative ist die Lamellenfassade.

Nachhaltigkeit und Sensibilität im Umgang mit Energieressourcen waren die treibenden Motive für die Planer des Papago Gateway Center, die amerikanische SmithGroup. Sie wollten einen Prototyp für ökologisch verantwortliches Bauen schaffen. Mitten in die wüstenhafte Hitze von Arizona bauten sie in der Stadt Tempe ein Büro- und Forschungszentrum, das den Betrachter schon von fern durch seine gewagte schwungvolle Form beeindruckt. Von Ost nach West biegt sich das mächtige Gebäude der Sonne entgegen, die in Arizona besonders hoch steht. Temperaturen von 45 Grad sind hier im Sommer an der Tagesordnung.

Eine Herausforderung für die Klimatisierung in einem Gebäude, das 223.000 Quadratmeter Geschäftsfläche bietet und über eine dauerhaft der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Fassade von rund 5.000 Quadratmetern verfügt.

Dank der Lamellenfassade reduzieren sich die Kosten für die Kühlung des Gebäudeinnern
um mehr als 60 Prozent. Doch die Architekten wollten nicht nur eine ökologisch effiziente Gebäudehülle, sondern ein sehr eigenwilliges architektonisches Feature für die Fassadengestaltung: Die Lamellen sollten nämlich so steuerbar sein, das man mit ihnen Ornamente auf die Gebäudefront „malen“ kann. Colt International entwickelte und installierte eine Konstruktion, die beiden Anforderungen gerecht wurde.

Herzstück der Gesamtanlage ist die Steuerung. Die Steuerungsanlage ICS4-Link ist eine Entwicklung von Colt, sie bewältigt einerseits eine dem Sonnenstand nachgeführt Automatik, die tagsüber für die optimale Verschattung der Innenräume sorgt. Die Devise lautete hier: So offen wie möglich, gleichzeitig in ausreichendem Maße vor der Sonne schützend. Andererseits ist die Steuerung so programmiert, dass jeweils morgens und abends für rund zwei Stunden wechselnde Bilder oder Ornamente auf der Fassade erscheinen.

Bewegt werden die Lamellen – jeweils in Gruppen à zehn – übrigens von Hubspindelmotoren mit Linearantrieben. Die Motoren sind aus Edelstahl und wurden speziell auf die Fassade des Papago Gateway Centers zugeschnitten und nach amerikanischen Normen zertifiziert. Die Motoren wurden alle in die vertikal verlaufenden Trägerprofile eingeschlossen, um zu verhindern, dass sich die für Arizona typischen Sandstürme störend auf die Mechanik auswirken.